Appeltatenmajestät 1994
Ruth Friedhoff
Krönungstag: 11. September 1994
Ich liebe Rätsel und Wettbewerbe, deshalb lockte mich 1992 der Aufruf der WAZ zur Teilnahme am Wettbewerb um den 1. Preis des Appeltatenfestes – die wertvolle massive Goldkette mit Brillanten. Doch es klappte nicht auf Anhieb, stattdessen durfte ich mir als Preis einen Sack Kartoffeln in der Geschäftsstelle der WAZ abholen. In dem Jahr waren Kartoffeln sehr teuer geworden und ich freute mich sehr darüber. Ein Jahr später hieß das Motto „Kreative Ideen“, was meinen Neigungen zum Basteln und Handarbeiten sehr entgegen kam, so gewann ich Platz 2. Im folgenden Jahr wollte ich eigentlich nicht mehr teilnehmen, doch am Tag des Vorausscheides hatte ich plötzlich ein bisschen Zeit, das Essen war schon fertig. So nahm ich mir mein Fahrrad und radelte „mal eben kurz“ zum Markt. Es war das Jahr der 1. Apfelolympiade und es galt Äpfel zu schälen, Äpfel zu stapeln sowie leichte Bälle in einen weitentfernt stehenden Korb zu werfen. Ich dachte nicht, dass ich das kann, wurde aber Tagessiegerin und kam mit einem großen Sonnenblumenstrauß zu meinem überraschten Mann nach Hause. Als ich dann auch noch den Endausscheid gewann, war mein Mann sehr stolz auf mich und sprach fortan von seiner Frau, der Majestät. Die Krönung nahm zum letzten Mal Bürgermeister Wolfgang Röken vor.
Bei meiner Krönung regnete es, was aber niemanden abhielt, zum Fest zu kommen – es war so unglaublich voll in der Stadt, als ich am Arm von Herrn Berns durch die Innenstadt geleitet wurde.
Als erste Gladbecker Appeltatenmajestät durfte ich, gemeinsam mit meinem Mann, für zwei Wochen in die Partnerstadt Alanya reisen, wo wir im Rathaus sehr herzlich empfangen wurden. Allerdings war mein Amt dort noch so unbekannt, dass meist mein Mann hofiert wurde.
Gerne erinnere ich mich an meinen Auftritt auf der Reisemesse in Essen, wo ich Calvados und Calvados-Äpfelchen verschenkte und an die Besuche im Standesamt, wo ich den frisch Vermählten Gladbeck-Taler überreichte.
Ruth Friedhoff