Appeltatenmajestät 2001

Müzeyyen Dreessen

Krönungstag: 2. September 2001

In der Türkei geboren, in Duisburg aufgewachsen, zog ich erst 1991 aus beruflichen Gründen meines Mannes mit meiner Familie nach Gladbeck. Da ich bald angefangen habe, mich in verschiedenen Feldern ehrenamtlich zu engagieren, habe ich auch jedes Jahr den Wettbewerb zur Appeltatenmajestät über die Presseberichterstattung verfolgt. „Irgendwann machst du mit“, ging mir durch den Kopf. Aber erst wollte ich mir den Wettbewerb am Markt live anschauen. Nach einem Zahnarztbesuch ging ich mit einer dicken Wange 2001 zu dem ersten Wettbewerb vor dem Appeltatenfest am Marktplatz. Etwas entfernt stellte ich mich hin und schaute mir das Geschehen aus der Entfernung an. Aber der damalige Leiter des Kulturamtes, Lothar Sikorski, den ich gut kannte, sah mich. Es hatten sich nicht ausreichend Kandidatinnen gemeldet. So wurde ich von ihm überredet, mitzumachen und wurde gleich Tagessiegerin. Meinen Sonnenblumenstrauß, den ich überreicht bekommen habe, habe ich dann aus Freude an alle anderen Frauen, die mitgemacht hatten, verteilt. Aber es stand dann ja noch die Endausscheidung bevor. Bis dahin wurde fleißig geübt. Unser Sohn baute mir im Garten eine Torwand, um Ballwerfen zu üben. Die ganze Familie und die Kaninchen im Garten mussten die nächsten drei Wochen Äpfel in allen Formen essen, weil ich das Schälen geübt habe. Bei der Endausscheidung hatte ich dann eine Schalenlänge von 3,54 m.

In meiner Amtszeit war mir der Austausch der Kulturen sehr wichtig. Neben den routinemäßigen Terminen habe ich oft eigene Vorschläge gemacht. Natürlich gehörte zu der Amtszeit auch die Reise in die Partnerstadt an der türkischen Südküste, nach Alanya. Es war mein erster Besuch in Alanya. Aber es entwickelten sich Freundschaften, die bis heute bestehen. Die Freundschaft führte dazu, dass ich mit einigen anderen Interessierten zusammen 2013 den Verein „Freundeskreis Gladbeck-Alanya“ gegründet habe. Altoberbürgermeister Wolfgang Röken, zu dessen Zeit die Städtepartnerschaft entstanden war, ist der Co. Vorsitzende. Auch in dem Verein sind wir im Vorstand sowie in der Mitgliederstruktur interkulturell besetzt.

Neben Berufstätigkeit, politischem Engagement und anderen ehrenamtlichen Aktivitäten in der Stadt, versuche ich, so gut es geht, auch im „Club der Majestäten“ für soziale Zwecke aktiv dabei zu sein. Inzwischen haben wir ein gutes Standing, sind in der Stadt bekannt mit unseren Aktivitäten und unseren Apfelwaffeln. Für das Engagement wurde stellvertretend die erste Majestät von 1989, Gudrun Dreischer, mit der Stadtplakette der Stadt ausgezeichnet.

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