Appeltatenmajestät 2019

Melis Kayan, geb. Bilici

Krönungstag: 8. September 2019

Meine persönliche Reise

Als am 7. September 2019 Manni Breuckmann meinen Namen als Siegerin der Apfelolympiade verkündete, kullerten mir erst einmal einige (Freuden-)Tränen über das Gesicht. Nicht nur aus Freude über den Sieg, sondern vor allem aus Dankbarkeit für die Menschen, die mich an diesem Tag begleitet haben. Familie, Freunde und die Mitglieder des Jugendrates, dem ich einige Jahre zuvor angehört hatte, standen mit selbstgebastelten Plakaten, motivierenden Sprüchen und lautstarken Jubelrufen hinter mir. Dieses Gefühl, von so vielen Menschen getragen zu werden, war überwältigend. Damals mit meinen 22 Jahren wusste ich allerdings noch nicht, dass dies erst der Anfang einer Reise war, die mich weit mehr prägen würde, als ich es mir je hätte vorstellen können.
In den drei Jahren als Appeltatenmajestät durfte ich Menschen kennenlernen, denen ich sonst vermutlich nie begegnet wäre. Ich führte Gespräche, die ohne dieses Amt niemals entstanden wären und all das nur, weil ich an einem Tag die längste Apfelspirale geschält und die höchste Pyramide aus Äpfeln gebaut hatte. Rückblickend ist das eigentlich ein schöner Gedanke: Manchmal können die kleinsten Entscheidungen den Beginn einer ganz besonderen Reise bedeuten.
Mit jeder Veranstaltung wurde mir mehr bewusst, wie viel mir dieses Amt eigentlich gegeben hat. Es waren nicht nur die Feste, Besuche und Termine, sondern vor allem die Begegnungen mit Menschen jeden Alters. Aus Gesprächen wurden Erinnerungen, aus Bekanntschaften entstanden Freundschaften. Dafür bin ich bis heute unendlich dankbar.
Natürlich freut man sich über nette Worte und Komplimente. Doch ein Satz ist mir besonders in Erinnerung geblieben: „Man merkt, wie viel Freude Ihnen das bereitet.“ Jedes Mal, wenn ich das hörte, wusste ich, dass genau das nach außen getragen wurde, was ich im Inneren empfand. Dieses Amt war für mich nie eine Pflicht, es war eine Herzensangelegenheit. Dass diese Freude für andere sichtbar war, bedeutet mir bis heute mehr als jedes Kompliment.
Durch die Corona-Pandemie durfte ich mein Amt sogar zwei Jahre länger ausüben als ursprünglich vorgesehen. Auch wenn diese Zeit viele Einschränkungen mit sich brachte, bin ich heute dankbar für jeden einzelnen Tag, den ich als Appeltatenmajestät erleben durfte.
Wenn ich heute an diese Zeit zurückdenke, erfüllt sie mich vor allem mit großer Dankbarkeit. Sie hat mich geprägt, mir unzählige Erinnerungen geschenkt und Menschen in mein Leben gebracht, die ich niemals hätte kennenlernen dürfen. Die ganzen besonderen Momentaufnahmen, Zeitungsartikel, selbstgemachte Geschenke u.v.m. habe ich alles aufbewahrt und in meinem „Apfelalbum“ verewigt, um sie immer wieder neu erleben zu können, wenn ich sie öffne und mir anschaue.
Und vielleicht kommt irgendwann der Tag, an dem ich meinen Kindern oder sogar meinen Enkelkindern mit einem Lächeln erzählen kann: „Eure Mama oder Oma war einmal die am längsten amtierende Appeltatenmajestät.“ Dann werde ich ihnen vor allem erzählen, dass es nie um einen Titel oder eine Schärpe ging, sondern um die Menschen, denen ich begegnen durfte. Genau das macht diese Zeit für mich bis heute so wertvoll und unvergesslich.

Melis Kayan (geb. Bilici)