Appeltatenmajestät 2012

Kerstin Wohlfahrt

Krönungstag: 2. September 2012

Hallo liebe Fangemeinde, der Appeltatenmajestäten und herzlich willkommen auf unserer Homepage.

Mein Name ist Kerstin Wohlfahrt und ich bin am 02.09.2012 im zarten Alter von 40 Jahren zur 24. Majestät gekrönt worden. Ich war die letzte Appeltatenmajestät, die im Portal des alten Rathauses gekrönt wurde. Die Kutsche, die mich damals abholte, war schon ein Erlebnis, denn es saß neben Ulrike Rodewald, unserer Schirmherrin, noch die amtierende Blütenkönigin Theresa Dicks in ihrem wunderschönen Ornat mit in der Kutsche.

Aber wie kam es dazu, dass ich an dem Wettbewerb teilgenommen habe? Das war eine Fügung, wie ich es heute sehe. Unsere Majestäten sind ja dafür bekannt, in Gladbeck viel Gutes zu tun. Dafür trotzen wir Wind und Wetter und backen Apfelwaffeln, was das Zeug hält. Dadurch können wir Menschen in Notlagen und Vereine finanziell unterstützen.

Im Jahr 2011 erfuhren die Appeltatenmajestäten von der gemeinnützigen Jugendhilfe in Gladbeck und machten es sich in diesem Jahr zu ihrer Aufgabe, der noch jungen und auf Spenden angewiesenen Organisation zu helfen.

Als Dankeschön organisierten mein Chef Siegfried Schmitz und ich ein Frühstück für die Damen.

Die gemeinsamen Stunden mit den Majestäten bereiteten mir sehr viel Freude und so kamen wir ins Gespräch über dies und das und vor allem über die Frage, wer die nächste Appeltatenmajestät werden wird.

Ehe ich mich versah, war ich im Rennen, um den Titel "Appeltatenmajestät 2012".

Am 12.08.2012 um 11 Uhr ging es dann am Gladbecker Marktplatz los. Ich war damals so aufgeregt, dass ich mir keinen Sieg hätte vorstellen können. Überall kamen gute Ratschläge her, die ich aber vor lauter Aufregung gar nicht umsetzen konnte. Mein Pittermesser und ich wir waren eins, aber für die längste Schale reichte es leider nicht. Denn mit 91 cm kann man keine Olympiade gewinnen. Doch dann kamen meine Disziplinen: Minigolfen und Armbrust schießen. Es kam, wie es kommen musste und ich brachte den Tagessieg nach Hause. Ich konnte es nicht fassen. Die Freude um mich herum brachte mich zum Strahlen und es flossen ein paar Freudentränen vor Glück. Im Anschluss folgte eine Tagessiegfeier mit Freunden und Familie, die es in sich hatte.

In der Woche darauf schaute ich mir die nächste Olympiade an, um zu sehen wer mit mir in den Endkampf zieht.

Der 26.08.2012 kam und ich konnte es immer noch nicht glauben, dass ich im Endkampf um die Krone stand.

Das Pittermesser war nun nicht mehr im Einsatz. Ich entschied mich am Abend vor dem Kampf für ein Schälmesser, welches mich dann auch weiterbrachte. Ich schälte ca. 191cm - einen ganzen Meter mehr!!

Mit Minigolf ging es dann gut weiter und dann kam das Schießen auf den Apfel. Die Aufregung machte mir zu schaffen, aber ich traf sogar einmal den Apfel!

In dem Moment war es mir gar nicht klar, dass ich gewonnen hatte, da bei drei Teilnehmerinnen noch ein Stechen anfiel. Jedoch ging es dabei um die Plätze 2 und 3, wie sich relativ schnell herausstellte.

Als dann verkündet wurde, dass ich die neue Appeltatenmajestät 2012 war, gab es kein Halten mehr. Soviel Zuneigung und liebevolle Worte an dem Tag - ich konnte es nicht fassen. Mein Kopf und mein Herz schlugen Purzelbäume.

Was dann auf mich zukam war der Hammer, denn die WAZ interviewte mich und machte Fotos, sodass ich das Gefühl hatte, jeden Tag in der Zeitung zu sein. Die Zeitschrift Lebensart und der Stadtspiegel folgten ebenfalls mit Berichten und mein Chef hatte noch eine ganz verrückte Idee: er ließ ein riesiges Plakat drucken und an unserer Garage befestigen, damit jeder, der durch Rentfort fuhr, wusste, wer dort wohnt.

Der Tag der Krönung war einer der schönsten Tage, die ich je erlebt habe.

Er begann bei schönstem Wetter. Die Kutsche kam, Ulrike Rodewald stieg aus und hing mir den Mantel um und übergab mir einen Blumenstrauß, den die Welt noch nicht gesehen hatte. Es war ein tolles Gefühl ihn tragen zu dürfen - sowohl den Mantel als auch den Strauß.

Für die Nachwelt wurden noch ein paar Fotos mit der Blütenkönigin geschossen und dann ging es los.

Um kurz vor 15 Uhr kamen wir an. Der Platz war rappelvoll und meine Nervosität stieg ins unermessliche, als Herr Roland, unser Bürgersmeister, mir die Hand reichte. Mir stockte der Atem und mir kamen die Tränen, aber schnell wurde mir klar: es wird nicht geflennt, sondern nur noch gelacht!

Die Ansprache des Bürgermeisters, das Überreichen der Apfelkette durch Herrn Peter Weiß, die Weitergabe des Zepters der Majestät 2011, Beate Günther, und des Gutscheines für eine Alanya-Reise von der Delegation aus Alanya, sowie die Glückwünsche von den Partnerstädten waren so schön, dass die Krönung wie im Flug verging.

Auch der Rest des Tages mit allen Sponsoren verging viel zu schnell und so begann ein ganz besonderes und aufregendes Jahr.

Dieses Jahr habe ich mit vielen Besuchen und Auftritten aus vollem Herzen genossen. Das Highlight des Jahres meiner Amtszeit war das Wochenende im Alten Land.

Mit ehemaligen Majestäten in den Kurzurlaub zu fahren, um unsere Stadt Gladbeck zu vertreten, eine Rede vor unzähligen Menschen zu halten, Autogramme schreiben zu dürfen, auf dem roten Teppich der Presse Rede und Antwort zu stehen und an einem riesigen Umzug teilnehmen zu dürfen, war einmalig. Das erlebt nicht jede!

Der Urlaub in Alanya, gemeinsam mit Kerstin Alpert, hat all unsere Erwartungen übertroffen.

Am Zimtsternfest las ich Kindern und Erwachsenen Märchen vor. Das war auch eine tolle Sache, die man mitgemacht haben sollte.

Der Nikolausmarkt bereitete mir auch riesige Freude, da dieser genauso, wie der Kunstmarkt im Rathaus, sehr gut besucht war.

Im April hatten wir die Ehre, im Martin-Luther-Forum unseren Ukrainischen Buddy Bear zu begrüßen, womit unsere Spende um die ganze Welt ging.

Dann hatten wir noch die Aktion der Majestäten mit dem Tausendfüßler, bei der wir die volle Unterstützung von Frau Roland hatten. Sie lud uns bei schönstem Wetter zu sich ein, wo wir dann gemeinsam bastelten.

Einladungen folgten noch vom van Acken-Haus, der AWO, der DLRG, bei der ich zu dieser Zeit noch ehrenamtlich tätig war, dem Schützenvereinen Hubertus -Zweckel und Gladbeck Mitte mit seinem dreitägigen Programm und natürlich auch von meinem Arbeitgeber der gemeinnützigen Jugendhilfe.

Alle Auftritte werde ich in meinem Leben nicht mehr vergessen, weil es einfach ein unbeschreibliches Gefühl war, in die strahlenden Gesichter zu blicken.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge übergab ich dann am 1.09. mein Zepter an die Gewinnerin der Wettkämpfe 2013, Anja Rosengart.

Seitdem bin ich im Ehemaligenkreis angekommen und es macht mir Freude eine Majestät sein zu dürfen, die jetzt Waffeln backt, um vielen Menschen in Gladbeck etwas Gutes zu tun.